Der LMH 110 von der amerikanischen Fa. Litemachines ist in Deutschland in der Elektroversion ein richtiger Kultheli. Nur gefallen hat mir das Teil eigentlich nie. Das Chassis aus Holz, ein Rotorkopf dessen Paddel aus einem einzelnen Kunststoffteil besteht, alle Schrauben mit Zollgewinde und der Elektromotor muss irgendwie hingezaubert werden. Da es eigentlich ein Verbrennerheli ist, muß man, wenn man einen normalen Gyro einbauen, den Heckrotor umbauen und so weiter und so fort. Also hab ich damals meinen Eco gekauft mit dem ich im großen und ganzen auch zufrieden bin.
Der Wendepunkt kam dann nach der Modellbaumesse in Sinsheim auf einem kleinen Treffen in Kirchensall. Dort haben Michael Rackow und Peter Herzog einen LMH durch die Halle, und wenn es gerade mal nicht geregnet hat auch über den Platz gejagt, dass einem hören und sehen verging.
Als ich dann auch noch einen LMH beim Starten umfallen sah, und dem absolut gar nichts passierte stand für mich fest: So einen brauche ich noch.
Da aber meine Hochzeit im Mai anstand musste der LMH noch bis Ende Mai warten, aber gleich nach der Hochzeitsreise habe ich zugeschlagen.
Nach dem öffnen des Kartons war ich erst mal angenehm überrascht als ich die Bedienungsanleitung sah. Nicht wie bei meinem Eco 8 eine losen Blättersammlung bestehend aus Fotokopien die so schlecht sind dass man eigentlich darauf mehr erahnen muss als erkennen kann, sondern eine sauber gebundene sehr ausführliche Anleitung. Weiter gab es dann noch einen Ergänzungssteil dazu, da die Anleitung für den Verbrenner war, und da die neuen LMH´s mit E-Chassis ausgeliefert werden. Am Anfang war es etwas ungewöhnlich mit 2 Anleitungen zu arbeiten, aber man gewöhnt sich schnell daran. Nach einer Stunde fand dann der Zusammenbau meines LMH´s ein jähes Ende, da das Rotorzentralstück fehlte. Alles in allem ist der LMH nicht allzu kompliziert im Bau, aber wenn man ihn so ansieht glaubt man nicht, was für ein Zeitaufwand nötig ist um Ihn zu bauen.
Einziges Manko der Anleitung: Ich habe nirgends einen Einstellwert des Heckrotors gefunden wenn man einen Piezo-Kreisel anstelle des mechanischen verwendet (es sind übrigens ca. 5 mm von außen gemessen).
Ich fliege folgende Ausstattung:
Motor: Hacker B40/11Wi-S
Steller: Kontronik Smile 30-6-12
Ritzel: 10 er
Akku: Sanyo 2400 6 Zellen
Servos: Hitec HS-81
Empfänger: Lexor 6
Kreisel: Ikarus Micro Gyro
Steuerung: Graupner MC16/20
Nach dem Zusammenbau habe ich alles so ungefähr eingestellt, den Heli in den Garten gestellt, Gas (Volt) gegeben und siehe da, er fliegt ohne Probleme. Etwas nachtrimmen, den Rotor etwas auswuchten und den Kreisel richtig einstellen, alles zusammen nochmals 30 Minuten, und der Spaß hat kein Ende mehr. Mit dem LMH hab ich auch meinen ersten Rundflug gestartet, und es war überhaupt kein Problem. Mit meinem Eco hätte ich mich das nie getraut.
Als Fazit: Nicht so schön wie ein Eco, auch etwas teuerer aber ein absolutes Spaßgerät das einfach und präzise zu fliegen ist.

Der erste Crash

Ist der LMH wirklich unzerstörbar wie man ihm nachsagt? Diese Frage musste ich mir nach 2 Wochen nicht mehr stellen. Nachdem ich nun meine ersten Rundflüge hinter mich gebracht habe wurde ich, wie es wohl in der Natur des Menschen liegt immer mutiger. Also flog ich nach dem Motto höher, weiter, wilder, aber eben das höher würde mir dann zum Verhängnis, als in ca. 20 Meter Höhe mit einem Male der Kreisel seinen Dienst eingestellt hat. Zuerst hat sich der LMH wie ein Karussell um die eigene Achse gedreht, mit zunehmender Fahrt hat er sich dann wieder stabilisiert. Nur Kontrollierbar war er ( für mich) nicht mehr. Nach einer kurzen Rückenflugeinlage 🙂 schlug er dann mit mächtigen Getöse auf dem Boden auf. Der Schaden:
Der obere Steg des Batteriehalters ist abgebrochen (mit Sekundenkleber repariert)
Das Heckrohr verbogen (ersetzt gegen ein GFK Rohr)
Hautrotorwelle verbogen (ersetzt gegen eine harte Welle)
Den Kreisel habe ich gegen einen Simprop Gyro SPG-05 getauscht. Nun, der LMH ist nicht unzerstörbar, aber unheimlich hart im nehmen und kostengünstig in der Reparatur. Die Ersatzteilkosten nach diesem Crash betrugen DM 50 (ohne Kreisel, den der war ja schon vor dem Crash hin). Hätte ich das mit meinem ECO gemacht, so hätte ich wohl Eimer und Besen gebraucht aber keine Ersatzteile mehr.

Das LexAlu Chassis

Als bei meinem 2. Crash das Chassis etwas mehr abbekommen hat und sich die Farbe durch das Teflonspray aufzulösen begann, habe ich mich entschlossen den LMH mit Peter Herzog´s LexAlu Chassis auszustatten.
Das Chassis ist schnell und einfach aufgebaut. Nur sollte man mit dem Einsatz von Schraubensicherung vorsichtig sein, da diese das Macrolon angreift. Peter weißt darauf nun auch auf seiner Homepage hin. Die Teile, die mir deswegen kaputt gegangen sind, hat er mir kostenlos ersetzt.
Als Kufenbügel verwende ich CFK Bügel von Helmut Zugfil. In die Kufen habe ich mit dem Dremel Schlitze gefräst (aber Achtung, nicht genau in die Mitte machen, sonst stehen die Kufen nach Innen) und mit CA Kleber die Kufenbügel eingeklebt. Das Chassis sieht einfach klasse aus und ist richtig gut durchdacht. Alle Komponenten können problemlos und gut angeordnet werden.

Hier noch einige Fotos des Chassis.