Ikarus Piccolo

Dei Piccolo von Ikarus war für mich der Einstieg in die Welt der Modellflugs.
Meine Frau (zu der Zeit noch Freundin) hat in einer schwachen Stunde zugestimmt einen Piccolo zu kaufen. Gerordert wurde ein Komplettset inkl. einer Graupner MC 10 als Steuerung, Akku und Ladegerät. Und das alles für 999 DM. Als das Packet wenige Tage später eintraf ging der Zusammenbau sofort los. Was sich damals schon herauskristallisierte war, dass Hauben nicht meine Stärke sind, und das ist heute noch so. Ich hasse den Zusammenbau von Hauben. Ohne Modellbauerfahrung war der Piccolo dann nach 6 Stunden startklar, und wer jemals einen Piccolobaukasten gesehen hat, wird jetzt nur müde lächeln. Sehr viele Bauteile sind das nun wirklich nicht. Und dann ging es ans Fliegen lernen. Übungsgestell drunter und los geht’s. Mann hab ich geschwitzt, bis ich den Kleinen die ersten 10 Sekunden in der Luft halten konnte. Aber täglich wurde es besser. Stabil ist der Kleine; bei den meisten Abstürzen ist nichts zu Bruch gegangen. Nur die Augen sollten gut sein, den ab und an löst sich bei einem Crash der Rotorkopf und die Lager darunter fallen ab .Suchen ist dann angesagt. Ach ja noch was ist mir damals klar geworden. Auch wenn er mit 50 cm Rotordurchmesser klein ist…er braucht mehr Platz zum fliegen als man denkt.

Länger Flugzeiten durch 2 mm Goldkontaktstecker?

Im Internet kann man immer wieder lesen daß man längere Flugzeiten erzielen kann wenn man seine Akkus und natürlich auch das Piccoboard auf 2 mm Goldkontaktstecker umrüstet. Ganz nachvollziehen kann ich das nicht, aber als ich mir neue Akkus gelötet habe hab ich es einfach mal getestet. Und siehe da, ca. 35 sec. mehr Flugzeit.

Umbau des Piccoboard Empfängers.

Nachdem ich meinen Piccolo im Set zusammen mit einer 40 mhz Graupner MC 10 gekauft habe und mir für den ECO eine 35 mhz Graupner MC 16-20 gekauft habe hatte ich nun ein Problem, nämlich immer 2 Steuerungen mitnehmen. Da die MC 16-20 nun aber viel mehr Möglichkeiten bietet kam der Wunsch auf das Piccoboard auf 35 mhz umzurüsten. Ein neues kaufen war mir einfach zu teuer. So habe ich mir einfach einen Lexor mini 6 Empfänger gekauft, den Schrumpfschlauch des Piccoboards entfernt. den Empfänger kann man dann einfach vom doppelseitigem Klebeband enfernen und gegen den Lexor austauschen. Dieser ist übrigens identisch mit dem Originalempfänger, außer daß die Servoanschlüsse 90 Grad versetzt sind und die Antenne länger ist.

Umbau des Taumelscheibenmitnehmers.

Nachdem ich nun einigermaßen fliegen kann, und auch mit meinem LMH durch zu Lüfte heize und diesen in fast jeder Situation wieder fangen kann, hab ich mich dann doch gewundert dass ich den Piccolo viel schwieriger und oft nur nach hartem Kampf und wildem hin und her aufschaukeln wieder fangen konnte. Bei genauerer Begutachtung habe ich dann festgestellt das mein Taumelscheibenmitnehmer ziemlich ausgeleiert war. Kurzerhand habe ich diesen dann in der Mitte auseinandergeschnitten und mit CA Kleber auf ein Flächenscharnier geklebt. Um dieses zu fixieren habe ich dieses nochmals mit CA beträufelt und mit Füllpulver bestreut. Anschließend musste ich noch die Schrauben der Paddelsteuerhebel umdrehen damit diese nicht streifen. So präzise wie jetzt lies sich mein Pic noch nie steuern, und auch das abfangen geht wieder ohne Probleme.

Der Piccolo Bell222.

Ich weiß viele werden nun sagen, das ist nur eine Bell 222 im Airwolf Design, aber erstens gab es den Piccolo Airwolf noch nicht, als ich diesen gebaut habe und zweitens fehlt auch diesem doch viel zum richtigen scale Airwolf. Den Bau möchte ich hier nicht näher beschreiben dazu gibt es im Internet schon einige tolle Beschreibungen. Nur soviel, ich habe das abgeflexte Heckrohr als Verstärkung in den Rumpf eingeklebt. Weiter möchte ich anmerken, das der Bau des Rumpfes doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als man denkt. Mit „Lackierung“ durch meine Freundin ca. 10 Stunden. Lackiert würde der Rumpf übrigens mit dem Pinsel, da das Abkleben des Novalights nicht so einfach ist. Als Farbe habe ich Hobby Line Acryl verwendet. Zu den Flugzeiten: Na ja…mit dem Standartakku (250 mA NiCd) braucht man erst gar nicht anfangen. Ich fliege im Moment 8 Zellen 700 mA Twicell und 550 mA Varta NiMh.Die Flugzeit ist aber allerdings entäuschend, ich bin zwar ca 5 min in der Luft, aber davon komme ich 3 min nicht höher als 20 cm. Auch ist der Piccolo lange nicht mehr so agil wie vor dem Umbau, dafür liegt er aber wie ein Brett in der Luft.Um nun aber wieder richtig durchs Wohnzimmer zu heizen, habe ich mir noch einen 2. Trainer Piccolo aufgebaut, das Piccoboard anstelle mit doppelseitigem Klebeband mit Klettband befestigt, und so kann ich nun innerhalb von 5 Min das Piccoboard umbauen und zwischen Trainer und Rumpf wechseln.

Und was sagt meine Frau zum Piccolo?

Wie schon erwähnt, hat meine Freundin in einer schwachen Stunde dem kauf des Piccolos zugestimmt. Geheiratet hat sie mich dennoch, aber was sie damals dazu gesagt hat gibt es hier zu lesen.

  • glänzende Männeraugen, wenn der Piccolo die ersten Hüpfer im heimischen Wohnzimmer hinter sich hat

  • ungewohnte Emotionsausbrüche, sobald das gute Stück sich einem Stuhl-/Tischbein, der Heizung oder dem Sofa nähert

  • abendfüllende Diskussionen über Flugtechnik – Esszimmertische, die kurzerhand in eine Werkstatt verwandelt werden – schweißnasse Hände und eine Zunge die jede Kurve mitfliegt

  • voller Körpereinsatz bei jeder Kurventechnik; wer das alles als Partner genießen möchte, dem empfehle ich nur eines: KAUFEN!

Als das Paket ankam und Jörg die „paar“ Einzelteile sah, wurde über die durchschnittliche Bauzeit von mehreren Stunden nur gelächelt. Das kann ja wohl nicht so schwer sein! Schritt für Schritt verwandelte sich das Wohnzimmer in eine Modellbauwerkstatt. Noch nicht mal auf dem Sofa durfte ich mich umdrehen! Es könnte ja wackeln! Die einzelnen technischen Kniffe findet man bestimmt an einer anderen Stelle dieser Homepage. Es sei nur so viel dazu gesagt: der ganze Mann wurde gefordert! An mir war es dann, das edle Teil mit den Aufklebern zu versehen und die Haube auszuschneiden. Das war mir gar nicht recht….und wenn ich danebenschnipple?…nicht auszudenken. Nach meinen eigenen ersten Flugversuchen (natürlich unter strengster Anleitung) wurde ich an den Flugsimulator verbannt. Da mir das Fliegen am Simulator überhaupt keinen Spaß macht, bin ich seither bewundender und kugellagersuchender Zuschauer. Falls es noch mehr Leidensgenossinen gibt: sandra@joerg-ehrhardt.de

Indoor Funfly 2011 in Neuenbürg

Auch 2011 fand das schon fast legendäre Indoor Funfly in Neuenbürg in der Nähe von Pforzheim statt.Wie in den vielen Jahren zuvor, waren auch in diesem Jahr sehr viele Piloten aus ganz Deutschland angereist. Im Gepäck zahlreiche Modelle in allen erdenklichen Größen von wenigen Gramm Abfluggewicht, bis zum 700 Heli, welcher mit Sondergenehmigung und lediglich 500 Umdrehungen am Kopf, durch die Halle flog. Weiterlesen