Samstag 31.10.2009 morgens halb 7 im Bus, unterwegs mit dem MFC-Untermünkheim zur Modellbaumesse nach Friedrichshafen.
Wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen, nur das Nötigste einzukaufen. Empfängerakku, Fräser, Schrumpfschlauch und mal sehen was es neues gibt.
Und wie fast jedes Jahr ist es nicht dabei geblieben. Dieses Jahr ist es ein Walkera 4G3 geworden.
Eigentlich mag ich Walkera Helis nicht so, die haben für mich immer so ein Hauch von Spielzeug und weniger von einem Modell, aber den 4G3 hab ich mal auf einem Indoormeeting gesehen und der hat mir auf Anhieb gefallen. Von der Größe her ist er um einiges kleiner als ein T-Rex 250 und ein T-Rex 450 wirkt nahezu riesig im Gegensatz zu einem 4G3.

 

Tag 1:

Nach dem Auspacken musste zuerst der Sender von Mode 2 auf Mode 1 umgebaut werden. Interessanterweise ist dies nicht im Handbuch beschrieben, sondern muss auf der Walkera Hompage unter dem Menüpunkt Service nachgelesen werden. Das Handbuch ist leider nur in Englisch verfügbar, was mich jetzt nicht weiter stört. Aber wer der Englischen Sprache nicht mächtig ist, hat echte Schwierigkeiten den Heli einzustellen. Man muss den Heli nämlich wie jeden Großen einstellen. Also Pitchwege in 2 Flugfasen, Kreisel e.t.c werden an der Steuerung programmiert. In der Kurzfassung sieht das so aus. Man legt am Mäuseklavier (DIP Schalterleiste) einen bestimmten Schalter um, justiert die gewünschten Parameter und „speichert“ diese Einstellung durch zurücklegen des Schalters. Ich habe dies nun für Pitsch und 3D Pitsch gemacht, denn ohne diese Einstellungen hebt der Heli nicht ab.
Fertig bin ich mit dem „programmieren“ noch nicht, aber für einen ersten Probeflug im Wohnzimmer reicht es erstmal.

Tag 2:

Der erste „richtige“ Flug fand dann beim einem Hallenflugtermin des MFC-Untermünkheim statt.
Beim Start verhielt sich der kleine nicht anders als in meinem Wohnzimmer, also kommt das zappelige nicht von den Verwirbelungen im kleinen Räumen, aber wenn man den kleinen laufen lässt, geht er erstaunlich gut, fliegt geradeaus wenn er es soll und geht problemlos ohne viel widerstand durch die Kurven. Ein kleines Video gibts hier zu sehen. Die Qualität ist nicht so gut, aber für einen 6 Jährigen Kamereamann doch beachtlich. Fast schon Einsteigertauglich könnte man meinen, aber als ein Vereinskollege der seit Jahren Scale Helis fliegt, seinen 4G3 ausgepackt hat, hatte er enorme Schwierigkeiten mit dem kleinen. Er ist überhaupt nicht mit dem kleinen klar gekommen, weder im Schwebeflug als auch im mehr oder weniger gewollten „Rundflug“. Ich hab seinen Heli danach Probe geflogen und hatte keinerlei Schwierigkeiten.
Den Heli auf den Rücken zu legen hab ich mich im übrigen noch nicht getraut, aber der Winter ist noch lang.
Erstes Fazit:
Nicht unbedingt ein Einsteiger Heli, aber für den etwas geübteren Piloten ein wirkliches Spaßgerät, welches man wirklich schön durch die Halle jagen kann.

Umbau auf Brushless

Da mir der Kleine dann doch mehr Spaß macht als ich ursprünglich gedachte, hab ich beschlossen, ihm einen Brushless Antrieb zu spendieren.
Diesen gibt es mit Regler im Set Original von Walkera. Also bestellt und auch ruckzuck geliefert bekommen. Aber was ist das? Keine Anleitung? Wo wird der Regler denn eingesteckt? Etwas im Internet gesucht und ahh, der wird in den Auxausgang eingesteckt. Ein weiteres Problem ist, wohin mit dem Regler. Den hab ich dann unter die 4 in 1 Einheit geklebt. Akku ran und gespannt ans Einfliegen. Drehzahl ran, Pitch rein der Heli hebt ab und alles ist wie erwartet schick. Leider ist der Spaß schnell zu Ende, denn nach ca. 30 Sekunden hat der Heckmotor sein Leben ausgehaucht. Kein Problem, flux einen neuen eingelötet und weiter gehts, aber lange hat das Teil ja nicht gehalten.

Umbau auf Double-Brushless

Das mit dem Heckmotor ist ja kein Zustand, da bin ich durch Zufall auf das Double-Brushless Set von Walkera gestoßen.
Dieses Set ist etwas aufwendiger als der Haupt Brushless Antrieb.
Im Set enthalten sind ein Regler der einen separaten Reglereingang hat (der wird Anstelle des originalen Heckmotors in die 4 in 1 Einheit eingesteckt), ein Motor, einen anderen Heckmotorhalter, ein Seitenleitwerk ein neues Anschlusskabel für den Heckmotor und ein Y Kabel für den Strom. Der Einbau ist etwas frickelig und zieht sich länger als man im ersten Moment denkt. Wenn dann alles fertig ist steht man vor dem Problem, wohin mit dem Regler damit die Haube noch drauf geht. Meinen hab ich seitlich an die 4 in 1 Einheit geklebt. Eng geht es immer noch zu, aber es passt.
Also, wieder ab zum Einfliegen. Aber, kein Heckmotor der sich dreht. Nochmals alles geprüft und wieder zurück gebaut auf das Bürstenheck.
Das Set zurück zum Händler und nach einigem nachfragen hab ich 1,5 Wochen später Ersatz bekommen. Eingebaut (ca. 1 Stunde Arbeit), ab zum Einfliegen. Dieses mal dreht sich der Heckrotor sogar, aber leider erst nach ca. 10 Sekunden. Dann funktioniert er solange bis er stehen bleibt, dann dauert es erneut ca. 10 Sekunden bis er wieder los läuft.
Also dieses Mal nur ne Mail. 1 Tag später die Antwort, das ist normal und ich solle zügig abheben. Klar, ich kann den Heli auch so in die Tonne werfen. In der nächsten Mail wird getippt der Rotor dreht falsch herum und zum guten Schluss soll ich doch den ganzen Heli einschicken. Nach mehreren mehr oder weniger netten Mails von mir hat der Händler dann doch einen neuen Regler geschickt und dieser funktioniert nun.

Fliegen tut der kleine im großen und ganze wie vor dem Umbau, jedoch muss man nicht mehr so viel nachtrimmen beim fliegen, ganz ohne kommt man aber nicht aus. Ausehen tut der 4G3 jetzt auch besser, aber das wichtigste ist, daß man keine Angst haben muss das der Heckmotor ausfällt.